Eine Zahlung ist unrechtmäßig, doppelt oder zu hoch von Ihrem Konto abgebucht worden? Hier haben Sie immer noch die Möglichkeit, eine Lastschriftrückgabe zu veranlassen.
Lastschrift zurückbuchen: Kann ich mir das Geld einfach zurückholen?

- Sie haben das Recht, jede SEPA-Lastschrift bei Ihrer Bank zurückbuchen zu lassen, unabhängig davon, ob Sie ihr zugestimmt haben oder nicht.
- Bei SEPA-Basislastschriften gilt ein bedingungsloses Rückgaberecht innerhalb von 8 Wochen. Bei Firmenlastschriften (B2B) und abgelaufenen Fristen ist keine Rückgabe möglich.
- Eine Rückbuchung beantragen Sie unkompliziert bei Ihrer Bank, per Online-Banking, App oder Telefon, mit Angabe von Betrag, Datum und Gläubiger.
- Die Fristen für eine Rückbuchung betragen 8 Wochen bei autorisierten und 13 Monate bei nicht autorisierten Lastschriften.
- Möchten Sie künftige Abbuchungen dauerhaft stoppen, sollten Sie das Lastschriftmandat widerrufen. Beachten Sie: Der Widerruf beendet nicht automatisch einen bestehenden Vertrag.
Habe ich das Recht, eine Lastschrift zu stornieren?
Ja, Sie haben das Recht, eine SEPA-Lastschrift stornieren zu lassen. Als Kontoinhaber:in können Sie bei Ihrer Bank eine Rückbuchung beantragen, egal ob Sie der Lastschrift ursprünglich zugestimmt haben oder nicht.
Welche Lastschriften können nicht zurückgegeben werden?
Nicht alle Lastschriften können ohne Weiteres zurückgegeben werden. Bei SEPA-Basislastschriften haben Sie als Verbraucher:in ein bedingungsloses Rückgaberecht innerhalb von 8 Wochen.
Anders sieht es bei SEPA-Firmenlastschriften (B2B) aus: Hier gilt kein automatisches Rückgaberecht, da Unternehmen der Lastschrift vorab ausdrücklich zugestimmt haben.
Auch abgelaufene Fristen schließen eine Rückgabe aus. Wurde eine autorisierte Lastschrift korrekt ausgeführt und die Frist verpasst, bleibt nur der direkte Kontakt zum Gläubiger.
Kann für Missverständnisse sorgen: Der Begriff der Rücklastschrift
Etwas missverständlich ist der Begriff der Rücklastschrift. Einerseits kann damit das Verfahren gemeint sein, bei dem Sie eine Lastschrift zurückbuchen lassen, weil diese nicht korrekt war.
Andererseits spricht man aber auch dann von einer Rücklastschrift, wenn eine veranlasste Lastschrift nicht ausgeführt werden konnte. Das kann zum Beispiel dann der Fall sein, wenn die Daten des zu belastenden Kontos nicht korrekt angegeben wurden oder es aber nicht ausreichend gedeckt war.
Mit dem Begriff „Lastschrift-Rückbuchung“ ist hingegen sofort klar, was gemeint ist.
Wie kann ich meine Lastschrift zurückholen?
Eine Lastschrift zurückzuholen ist in der Regel unkompliziert. Sie müssen dafür nicht viel tun: In den meisten Fällen reicht ein kurzer Kontakt zu Ihrer Bank, die den Betrag dann zurückbucht.
- Lastschrift identifizieren: Prüfen Sie Ihren Kontoauszug und notieren Sie die relevanten Details der Lastschrift, wie Betrag, Datum und Name des Gläubigers. Diese Informationen benötigen Sie für die Rückbuchung.
- Bank kontaktieren: Wenden Sie sich an Ihre Bank, per Online-Banking, App, Telefon oder persönlich in der Filiale. Teilen Sie mit, welche Lastschrift Sie zurückbuchen lassen möchten und ob diese autorisiert war oder nicht.
- Rückbuchung beantragen: Stellen Sie den formellen Antrag auf Rückbuchung. Viele Banken bieten hierfür ein einfaches Formular oder eine direkte Option im Online-Banking an.
- Bestätigung abwarten: Nach dem Antrag bucht Ihre Bank den Betrag in der Regel innerhalb weniger Werktage zurück auf Ihr Konto. Überprüfen Sie anschließend Ihren Kontoauszug zur Sicherheit.
Wie lange kann man eine Lastschrift zurückziehen?
Wie lange Sie eine Lastschrift zurückziehen können, hängt davon ab, ob Sie ihr zugestimmt haben oder nicht. Bei einer autorisierten Lastschrift haben Sie 8 Wochen ab dem Belastungsdatum Zeit, eine Rückbuchung zu beantragen.
Bei einer nicht autorisierten Lastschrift, also einer, der Sie nie zugestimmt haben, verlängert sich die Frist auf 13 Monate. Nach Ablauf dieser Fristen ist eine Rückbuchung über die Bank nicht mehr möglich.
Wie viel kostet eine Lastschriftrückgabe?
Eine Lastschriftrückgabe ist für Sie als Kontoinhaber:in in vielen Fällen kostenlos, wenn Sie diese innerhalb der gesetzlichen Frist beantragen. Allerdings erheben manche Banken eine Bearbeitungsgebühr, die je nach Institut zwischen 3 und 15 € liegen kann. Prüfen Sie dazu das Preisverzeichnis Ihrer Bank.
Wichtig: Konnte eine Lastschrift nicht ausgeführt werden, zum Beispiel wegen unzureichender Kontodeckung, können sowohl Ihre Bank als auch der Gläubiger Gebühren in Rechnung stellen.
Kann eine Bank die Rückerstattung einer Lastschrift verweigern?
Innerhalb der gesetzlichen Fristen kann Ihre Bank die Rückerstattung einer Lastschrift grundsätzlich nicht verweigern. Bei einer autorisierten Lastschrift haben Sie ein bedingungsloses Rückgaberecht innerhalb von 8 Wochen, bei einer nicht autorisierten sogar bis zu 13 Monate.
Anders sieht es aus, wenn die Frist bereits abgelaufen ist oder es sich um eine SEPA-Firmenlastschrift (B2B) handelt. In diesen Fällen ist die Bank nicht zur Rückbuchung verpflichtet und kann den Antrag ablehnen.
Ist es besser, die Lastschrift zu kündigen?
Wenn Sie zukünftige Abbuchungen dauerhaft verhindern möchten, ist das Widerrufen des Lastschriftmandats die bessere Wahl. Eine einmalige Rückbuchung betrifft nur eine einzelne Transaktion und hindert den Gläubiger nicht daran, erneut abzubuchen. Den Widerruf können Sie schriftlich bei Ihrer Bank oder direkt beim Gläubiger einreichen.
Beachten Sie dabei: Das Kündigen des Mandats beendet nicht automatisch einen bestehenden Vertrag. Die vertragliche Zahlungspflicht bleibt davon unberührt.
Weitere Zahlungsarten im Überblick:
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